Warum wurde ich Flugbegleiterin?

Warum wurde ich Flugbegleiterin?

Stellt man diese Frage uns Flugbegleitern, gibt es meistens diese zwei Antworten:

Es war schon immer mein Traumberuf!
Ich wollte es eigentlich nur übergangsweise machen!

Was trifft auf mich zu?

Eher das Zweite. Ich bin da so reingerutscht.
Mit 16 kam die Idee zwar schon mal auf Flugbegleiterin zu werden, aber da hatte ich zu viel Respekt so weit über der Erde zu arbeiten und vor allem wollte ich die Welt wirklich kennen lernen. Das kann man meiner Meinung nach am Besten, wenn man in das Land zieht und dort arbeitet. Die Eindrücke und Erlebnisse sind ganz anders und viel intensiver. Man sieht nicht nur die schönen Seiten, sondern lernt auch den Alltag kennen mit seinen ganzen Höhen und Tiefen.

Wie dem auch sei, nachdem ich meinen Job im Hotelmanagement kündigte, ein Jahr versuchte mich neu zu orientieren und trotz Freiwilligendienst im Amazonas und Südafrika immer noch nicht wusste wohin meine Reise weitergeht, bewarb ich mich als Hoteltesterin für Luxus-Hotels.

Das war mein geheimer Traum während meiner Zeit in der Hotellerie, irgendwann man als Hotelauditor zu arbeiten. Eine Freundin hatte mich gefragt, ob ich daran Interesse hätte überall auf der Welt Hotels zu testen? Na klar! Auf die Aussicht in Luxus Hotels wie diesem zu übernachten, wer sagt da schon nein?

Luxus Hotel The Ritz-Carlton Laguna Niguel

Warum bewarb ich mich trotzdem gleichzeitig bei der Lufthansa?

Als Backup Plan. Mittlerweile hatte ich ein Jahr von Ersparnissen gelebt, wohnte bei einer meinen besten Freundinnen in Deutschland und arbeitete ein paar Stunden in der Woche als Barista im Mercedes Werk in Sindelfingen. Ich wollte, dass sich das schnell ändert und wieder ein bisschen Struktur in mein Leben kommt, mit einem Job, der mir Spaß macht und mir erlaubt mal wieder etwas länger an einem Ort zu bleiben und mir auch einen neuen Freundeskreis aufbauen zu können. Außerdem hatte ich eine paar Freundinnen, die für verschiedene Fluggesellschaften arbeiteten und ihre Geschichten vom Fliegen begeisterten mich.

Alle Interviews bei beiden Firmen liefen super! Ich bekam als erstes ein Angebot als Hotelauditor zu arbeiten; sogar zu meinen Konditionen. Aber irgendwie fehlte etwas! Kennst du das? Du freust dich super doll, aber in deinem Herz fühlt es sich nicht richtig an. Tja, immer wenn ich an das letzte noch ausstehende Interview bei Lufthansa dachte, sprang mein Herz im Dreieck und Schmetterlinge flogen durch meinen Bauch.

Ich bekam nur ein paar Stunden nach dem Interview auch hier eine Zusage. Ich wusste sofort, dafür entscheide ich mich. Ein Leben als Flugbegleiterin. Trotz Gehaltseinbußen und ständig unterwegs zu sein. Aber ich habe eine Base, ein zu Hause zu dem ich immer wieder zurückkommen kann und trotzdem kann ich weiterhin Länder und Leute kennen lernen sowie alte Freunde treffen.

Warum wurde ich Flugbegleiterin?

War es schwierig die Entscheidung zu treffen?

Ja, total! Ich mochte das Team vom Hoteltesterjob total gerne. Alle schienen super nett zu sein und ich fühlte mich gleich wohl. Sie kamen mir sehr entgegen, da ich nicht in Bangkok leben wollte, sondern lieber in Europa. Gehaltsmäßig war es auch sehr gut ohne Einschnitte im Vergleich zu meinen vorherigem Verdienst. Ich hatte eigentlich auch schon zu gesagt, aber dann kam das JA von Lufthansa und ich musste wohl den anderen Job absagen. Das fiel mir sehr schwer, da ich immer zu meinem Wort stehe. Aber letztendlich bereue ich meine Entscheidung auch nach 7 Jahren nicht diesen Weg eingeschlagen zu haben.

Woher wußte ich also, dass dies der richtige Weg war?

Beide Jobs gaben mir die Möglichkeit zu reisen, aber als Hoteltester hat man fast nie Zeit auch das Land kennenzulernen. Man ist die ganze Zeit im Hotel, bearbeitet Check-listen und schreibt Berichte. Die Arbeitstage sind sehr lang und man ist fast immer alleine. Mein Ziel war es weniger als in der Hotellerie zu arbeiten, um ein Privatleben zu haben. Beim Fliegen arbeite ich zwar auch im Schichtdienst und habe mit dem Jetlag zu kämpfen, aber wenn ich vor Ort in dem Land bin, habe ich meistens Zeit etwas zu unternehmen. Ich arbeite im Flugzeug und nach meinem Dienst muss ich mich nicht mehr mit der Arbeit beschäftigen. Außerdem habe ich das Glück durch meinen weit verbreiteten Freundeskreis, weiterhin in Kontakt zu bleiben. Abendessen in Miami oder Frühstück in New York mit Freunden, kein Problem!

Letztendlich hat mich aber vor allem mein Bauchgefühl überzeugt. Manchmal kann man gar nicht genau sagen, warum man etwas tun muss, man fühlt es einfach und weiß das es richtig ist.

Hier noch einmal die Punkte zusammen gefasst, die mich überzeugten:

• die Welt bereisen
• mit Freunden im persönlichen Kontakt bleiben
• Zeit im Layover Sachen zu unternehmen
• neute Leute kennen lernen
• mehr Freizeit
• Arbeit, Arbeit sein lassen
• weiterhin im Team arbeiten
• kostenlose Übernachtung
• mein Bauchgefühl

Also habe keine Angst neue Wege zu gehen und hör auf dein Bauchgefühl!

Was sind deine Träume? Was möchtest du noch verwirklichen? Wovor hast du Angst? Ich freue mich über deine Kommentare und hoffe, dich ermutigen zu können.

31 thoughts on “Warum wurde ich Flugbegleiterin?

  1. Das klingt nach deinem Traumjob 🙂
    Ich suche meinen noch, bzw eher nach meinem Traum Ziel. Vor einem Jahr habe ich mich aber in Schweden (nur das Land) verliebt und würde dort gerne arbeiten. Du machst mir grade mit deinem Beitrag Mut. Man kann es schaffen, wenn man auf sein Herz hört 🙂

    xoxo Vanessa

    1. Liebe Vanessa,

      ach wie schön! Mach das auf jeden Fall mit Schweden! Du wirst es nicht bereuen!
      Halt mich auf dem Laufenden.

      Viele Grüße und Mut!

      Jules

    1. Danke dir Verena, das habe ich zumindest für den Moment ist es immer noch so 🙂
      Ich hoffe, dir gefällt dein Job auch.

      Liebe Grüße
      Jules

    1. Danke Ina, das habe ich. Wie ich sehe bist du auch viel unterwegs und das mit Rucksack und Kind. Super toll!
      Viel Spaß noch in Norwegen.

      Alles Liebe
      Jules

  2. Finde das super! Überlege nach meinem Studium evtl auch als Flugbegleiterin zu arbeiten 🙂 Zumindest vorübergehen.
    Daher sehr toller Beitrag!

  3. Ein toller Beitrag. Ich bin ganz ehrlich ich hätte nicht gewusst für welchen der beiden Jobs ich mich entschieden hätte, die klingen ja beide grandios. Aber ich finde es toll, dass du die für dich richtige Entscheidung getroffen hast. Ich tu mir total schwer, solche Entscheidungen zu treffen und finde deinen Beitrag gerade sehr ermutigend 🙂

    Liebe Grüße Anni von http://hydrogenperoxid.net

    1. Liebe Anni,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich kann mich manchmal auch nicht so schnell entscheiden, aber wenn es passt, dann weiß ich es sofort.
      Ich freue mich, dass ich dich ermutigen konnte. Stehst du denn gerade vor solch einer Entscheidung?

      Liebe Grüße
      Jules

  4. Schön hast du das geschrieben. Scheint so als hättest du deinen Traum Beruf gefunden! Ich persönlich hasse fliegen und könnte daher Nie in dem Beruf arbeiten – leider!
    Liebe Grüße
    Ronja

    1. Hallo Ronja,

      du arme. Ich kenne einige, die nicht gerne fliegen und die mehr als 60% haben Flugangst. Ich hoffe, du findest andere Wege zu verreisen. Es gibt meistens ja wunderschöne Orte in der eigenen Umgebung, die man viel zu selten erkundet.

      Viele Grüße
      Jules

  5. Ich kenne das gut! Ich bin auch “zufällig” in diesen Job gerutscht und habe mir damit mein Studium finanziert. Bin bei Lauda-Air und Austrian Airlines geflogen. Nach dem Job war ich allerdings froh einen “anspruchsvolleren” Job machen zu können. Das Reisen und all die anderen Plus für diesen Job, die du anführst, fehlen mir allerdings sehr :-)!

    Viel Spaß noch!
    Lg
    Verena

    1. Hallo Verena,

      das kann ich gut verstehen. Ich habe vorher schon ein bisschen Karriere im Hotelmanagement gemacht. Daher ist es jetzt perfekt, da ich Zeit habe an persönlichen Projekten zu arbeiten. In meinem alten Job wäre das schwierig geworden.
      Ich hoffe, du kannst trotzdem noch ab und zu verreisen.

      Liebe Grüße
      Jules

  6. Krass! Das finde ich ja total super. So im Nachhinein wäre der Job als Flugbegleiter auch was für mich. Wirklich schade… Jetzt würde ich es nicht mehr ausprobieren.

    1. Hallo Geri,

      ja es ist ein wirklich toller Job! Er kann auch anstrengend sein, aber mir gefällt das Reisen einfach zu sehr. Ich hoffe, dein Job erlaubt es dir trotzdem zu verreisen 🙂

      LG Jules

  7. Man sollte immer auf sein Bauchgefühl hören. Letzten Endes ist das ein Zeichen. Da denke ich, hast du genau richtig gehandelt. Weil es innerlich dein Wunsch war.
    Ich nehme jedes Zeichen ernst und am Ende war es immer die richtige Entscheidung.
    Liebe Grüße, Selda.

    1. Liebe Selda,

      ich finde es wirklich toll, dass du auf dein Bauchgefühl hörst. Viele Menschen haben das leider verlernt.

      Viele Grüße

      Jules

  8. Liebe Julia

    Ich habe Deinen Bericht sehr gerne gelesen! Danke Dir!

    Ich wollte früher auch Flugbegleiterin werden, aber es sind einige Sachen dazwischen gekommen und ich wurde auch gewollt, früh Mutter! ;oD

    Hab einen schönen Sonntag!

    xoxo
    Jacqueline

    1. Hallo Jacqueline,

      vielen Dank für deinen Kommentar. Es ist auf jeden Fall ein schöner Beruf, aber Mama sein sicherlich auch.
      Es gibt einige Mütter, die bei uns arbeiten, wo die Kinder noch zu Hause sind. Es haben aber auch welche erst mit Mitte 40, Anfang 50 angefangen, nachdem die Kinder aus dem Haus waren und sich so ihren Traum erfüllt.
      Ich wünsche dir und deiner Familie auch einen schönen Sonntag!

      Alles Liebe
      Jules

  9. Wow! Dieser Artikel hat mich wirklich gefesselt. Sehr interessant, was du machst. Ich stelle mir das unglaublich spannend vor und kann diese Entscheidung mehr als nur verstehen. <3

    "Abendessen in Miami oder Frühstück in New York mit Freunden, kein Problem!" – wie schön das klingt!

    Ich freue mich sehr für dich, dass du deinen Traumjob gefunden hast! 🙂

    1. Liebe Sam,

      danke für deinen Kommentar. Es freut mich, dass dir mein Artikel gefallen hat. Es ist ein super spannender Beruf und ich bin sehr glücklich, dass ich die Welt auch jetzt noch weiter entdecken darf.
      Ich wünsche dir noch einen schönen Sonntag.

      Liebe Grüße
      Jules

    1. Es war erst auch eine schwierige Entscheidung. Das du Hoteltesterin geworden wärst, kann ich mir gut vorstellen 😉

      Viele Grüße
      Jules

    1. Liebe Sandra,

      leider müssen wir das oft erst wieder lernen auf das Bauchgefühl zu hören.
      Der Beruf ist sicherlich für viele Leute nichts 😉 Für mich ist er perfekt!

      Viele Grüße
      Jules

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