Wie ich den Mut aufbrachte zu kündigen

Wie ich den Mut aufbrachte zu kündigen

Kündigen oder nicht?

Es ist nicht einfach zu kündigen, aber wenn ich es geschafft habe, kannst du das auch! Hier berichte ich dir, wie ich meinem Traum im Ausland zu leben und zu reisen treu blieb und trotzdem kündigte.

Erstmal muss ich sagen, dass ich mir selber das Ziel gesetzt hatte, alle ein bis zwei Jahre mein Standort sprich das Land zu wechseln. Nach meinem Austauschjahr wollte ich so schnell es geht wieder ins Ausland und wechselte nach meiner Ausbildung zur Hotelfachfrau vom The Ritz-Carlton Wolfsburg in das The Ritz-Carlton Laguna Niguel in Kalifornien. Ich blieb meinem Plan nach 20 Monaten treu trotz einem Angebot mit Beförderung weiter zu ziehen. Dies ist natürlich keine direkte Kündigung, da ich in ein anderes Hotel der Kette wechseln wollte, aber durch das Angebot da zu bleiben fiel es mir auch ein bisschen schwer. Was mich antrieb trotzdem zu gehen, war mein Traum andere Länder und Kulturen kennenzulernen.

So zog ich weiter nach Australien und in die Karibik auf die Kaimaninseln bevor ich mich entschloss endgültig den Job als Front Office Manger in der Luxushotellerie an den Nagel zu hängen.

Wollte ich kündigen?

Kündigen oder nicht?

Ja und nein!

Auf der einen Seite hatte ich mich wirklich eingelebt und fühlte mich wie zu Hause. Die ersten Jahre führte ich ein tolles Leben, so wie ich es mir vorstellte. Ich hatte so was wie eine Familie auf der Insel, tolle Freunde und eine sehr hohe Lebensqualität.  Allerdings arbeitete ich sehr viel und fühlte mich immer unzufriedener. Das lag an unterschiedlichen Dingen, wie einiger nicht gelungen Beziehungen, viele meiner Freunde verließen die Insel, falsche Ernährung, ein großes Arbeitspensum, berufliche Veränderungen innerhalb des Hotels, die mich nicht wirklich ansprachen, auf die ich aber gewillt war mich einzulassen. Letztendlich wurden diese wieder von meinen Vorgesetzten über den Haufen geworfen. Für mich war das nur ein weiteres Zeichen, dass es Zeit war für mich zu gehen.

Und was wollte ich machen?

Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich keine Eingebung oder Wunsch. Ich wusste nur, ich will das alles nicht mehr und es muss sich was ändern. Es dauerte ein Jahr bis ich meine Kündigung einreichte ohne einen Job oder berufliches Ziel zu haben.
Als Front Office Manager nimmt man so ziemlich alle Beschwerden an, auch die eigentlich in einen anderen Bereich fallen. Ich wollte etwas Soziales machen, in einem Bereich arbeiten, wo die Leute dankbar sind und sich nicht schreiend darüber aufregen, dass eine kaputte Glühbirne 20 Minuten nach dem Anruf noch nicht ausgewechselt wurde. Ich bin sehr serviceorientiert und versuche das unmögliche möglich zu machen, unausgesprochene Wünsche zu erfüllen bevor der Gast selber wusste, dass er welche hatte, aber nach 9 Jahren in der 5-Sterne Hotellerie brauchte ich eine Pause.

Doch wohin?

Auch hier wusste ich zum ersten Mal in meinem Leben nicht wo ich hin wollte. Ein wirklich neues Gefühl für mich, die immer so viele Länder besuchen wollte.
Da ich schon immer Spanisch lernen wollte und eine Freundin aus meinem Austauschjahr Kolumbianerin ist, entschied ich mich für Bogota. Danach wollte ich noch etwas reisen und dann ausprobieren wie es ist in sozialen Bereichen zu arbeiten wie z.B. in einem Kinderheim in Südafrika.

Wovon sollte ich leben?

Durch meinen gutbezahlten Job in den Cayman Islands hatte ich ein bisschen angespart. Ich nehme an, dass es ca. 6.000 bis 7.000 USD waren, bin mir aber nicht mehr ganz sicher.

Wie kam es also zur Kündigung?

Kurz und knapp: Meine Unzufriedenheit! Ich war nach einem Jahr so unzufrieden, dass ich endlich einen Plan machte. Das war unheimlich schwierig, da ich keine wirklichen Ziele mehr hatte. Ich habe mir dann einen Plan erstellt anhand der Dinge, die ich nicht mehr wollte und mich an die erinnert, die ich auf meiner sogenannten Bucket-Liste noch stehen hatte. Ich hatte also halbwegs einen Plan mit einem offenen Ende. Aber ich war mir sicher, dass sich schon irgendetwas ergeben würde. Also schrieb ich meine Kündigung und redete mit meinem Vorgesetzten, der allerdings schon länger von meinem Veränderungswunsch wusste.

Was solltest du beachten bevor du kündigst?

Hab einen Plan!

Wo soll es hingehen?

Wo soll es hingehen?

Bleibst du an dem Ort oder möchtest du woanders hin?

Wie finanzierst du dich?

Hast du etwas Geld angespart oder können dir deine Eltern etwas leihen? Wobei ich das nur empfehle, wenn du jemand bist, der gut sparen kann, um dies schnellstmöglich zurück zu zahlen. Wenn nicht, würde ich empfehlen erst einmal in den sauren Apfel zu beißen und noch zwei, drei Monate in deinem Job zu bleiben und zu sparen.

Was möchtest du machen?

Vielleicht einfach erst Mal nur Urlaub oder etwas neues Lernen? Vielleicht interessiert hattest du schon immer mal den Traum in einem anderen Bereich zu arbeiten, jetzt kannst du dich dort ausprobieren.

Du hast immer noch Zweifel?

Das ist ganz normal! Wenn du es aber nicht ausprobierst, wirst du nie wissen, ob es vielleicht doch noch einen anderen Beruf und Weg für dich gibt, der dich erfüllt. Du kannst immer noch in deinen Beruf zurück kehren, falls alles andere nicht geklappt hat. Ja, eventuell musst du eine Stufe tiefer wieder anfangen, aber willst du dich mit 60 darüber ärgern, dass du damals nicht mehr Mut hattest? Manchmal muss man einfach etwas wagen und auch wenn es schwierig wird, kannst du es schaffen! Lies hier weiter, ob du kündigen solltest oder nicht.

Was hat es mir gebracht?

⦁Viele neue Erfahrungen
⦁Was ich nicht will
⦁Was ich will
⦁Freiheit neue Dinge auszuprobieren
⦁Neue Freunde
⦁In einer neuen Sprache zu kommunizieren
⦁Meinen Traum vom Reisen weiter zu leben
⦁Persönliche Entwicklung
⦁Berufliche Entwicklung
⦁Auch weiterhin das Leben zu leben, was ich möchte

Und bist Du bereit es zu versuchen?

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Finde hier heraus welches Land für dich zum Reisen in Frage kommt.

28 Gedanken zu „Wie ich den Mut aufbrachte zu kündigen

  1. Sehr cool, ich habe auch im Hotel gelernt und war nach kurzen Stops in Paris und London 9 Jahre bei einer Kette. Allerdings fest im Büro in der Hauptzentrale aber mit vielen Reisen verbunden. Vor 4 Jahren habe ich gekündigt und ein Café in München aufgemacht. Da bin ich glücklich! In den Ferien reisen wir viel, ich bin meiner Hotelkette treu geblieben und versuche möglichst dort zu übernachten 😉
    VG Martina

    1. Hallo Martina!
      Wow, das hört sich toll an und hat sicherlich viel Mut gekostet! Herzlichen Glückwunsch! Bei welcher Kette warst du denn? Wie heißt dein Café und hast du das ganz alleine eröffnet? Für mich hört es sich so an, dass du deinen Traum erfüllt hast und finde es eine perfekte Kombi jetzt selber Gast bei der Hotelkette zu sein. LG Jules

  2. Hey Jules!

    Ich finde es toll, dass du diesen Schritt gewagt hast und jetzt anderen Leute dazu motivierst, es auch zu tun! Habe auch meinen Job gekündigt, um einmal eine Auszeit zu nehmen und das zu tun, worauf ich momentan wirklich Lust habe! Ich wünsche dir weiterhin alles Liebe!

    Und weil ich deinen Blog so super finde, habe ich dich zum Liebster Award nominiert! Mehr darüber findest du auf meinem Blog backpacktherapy.de auf diesem Link –> https://backpacktherapy.de/liebster-award/ ! Würde mich sehr freuen, wenn du auch mitmachst!

    GLG, deine Jasmin

    1. Hallo Jasmin,

      erst einmal vielen Dank für die Nominierung. Das ist ja wirklich toll und ich freue mich, dass du auf meinen Blog aufmerksam geworden bist!
      Wie lange hat es denn bei dir gedauert bis du den Schritt gegangen bist zu kündigen?
      Liebe Grüße
      Jules

      1. Hi Jules 🙂

        Hab ich sehr sehr gerne gemacht! <3

        Also ich habe davor schon mindestens 2 Jahre darüber nachgedacht, einfach mal ne Auszeit zu nehmen, weil ich es einfach liebe, zu reisen und mich dabei selbst weiterzuentwickeln! Aber vor circa einem Jahr habe ich mich dann richtig fest dafür entschieden. Ich habe dann ein Jahr gespart und werde nun Ende dieses Monats in meine open End – "Auszeit" gehen! Ich bin schon richtig gespannt 😀

        Viele Grüße, Jasmin

        1. Hallo Jasmin,

          herzlichen Glückwunsch, dann ist es ja wirklich in ein paar Tagen soweit!
          Bin gespannt, was du auf deinem Blog so berichten wirst.

          Liebe Grüße
          Jules

  3. Hey, es ging mir ähnlich wie Dir. In mir wuchs die Unzufriedenheit und die Überforderung. Ich verlinke mal zwei Artikel – einer entstand vor der bewussten Kündigung, einer danach:

    http://backmitliebe.de/super-mums-ein-kritisches-plaedoyer-an-uns-selbst/ und
    http://backmitliebe.de/super-mums-ein-kritisches-plaedoyer-an-uns-selbst-ein-review/

    Die Zeit war im Nachklapp schon krass. Heute bin ich zufriedener, mein Leben hat ganz andere Bahnen eingeschlagen und ich verdiene nicht mehr so viel wie früher. Dafür bin ich aber glücklich. Und das zählt zum Leben doch auch irgendwie…

    Viele Grüße, Simone

  4. Hallo Jules,
    wow – was für ein spannender Bericht! Ich finde es klasse, dass du deiner inneren Stimme gefolgt bist und diesen Schritt gewagt hast! Das erfordert Mut, aber nur so kann man auch etwas ändern!
    Liebe Grüße, Lisa

    1. Hallo Sandra,

      Danke für deinen Kommentar. Ich bin würde mich eigentlich nicht als risikofreudigen Menschen bezeichnen. Ich hätte ja auch in den Job zurückkehren können und ich finde den damaligen Job immer noch toll und kann mir auch vorstellen irgendwann wieder zurück zukehren. Allerdings sieht jeder das auch anders was risikofreudig ist oder nicht 🙂

      Viele Grüße
      Jules

  5. Hallo meine Liebe,

    ich finde es klasse das du den Schritt gewagt hast zu kündigen! Tief im Inneren hast du ja schon länger gemerkt, dass es nicht das Wahre ist, obwohl du dich dort sehr wohl gefühlt hast. Mir ging es bei meiner letzten KÜndigung ähnlich. Doch mittlerweile bin ich sehr froh, dass ich es getan habe! Mit meinen guten Ex-Kollegen habe ich dennoch Kontakt! 🙂
    liebe Grüße
    Ronja

  6. Ein sehr schöner Bericht. Es sicher toll, verschiedene Länder zu entdecken und neue Leute kennenzulernen. Für mich persönlich wäre das leider nichts. Ich bin viel zu sehr mit meiner Heimat verwurzelt und brauche meine Familie und Freunde vor Ort. Aber ich würde gerne mal eine Zeitlang reisen und neue Orte kennen lernen.

    Alles Liebe
    Freya

    1. Liebe Freya,

      das kann ich auch verstehen. Umso schöner ist es aber doch, wenn du es verbinden kannst. Eine längere Zeit zu reisen, wäre sicherlich toll für dich.

      Liebe Grüße

      Jules

  7. Hallo Jules,

    Daumen hoch, dass du dich das getraut hast. Und das kommt mir bekannt vor. Zu kündigen ist keine leichte Angelegenheit, aber der Job sollte einem nie bei der Erfüllung seiner persönlichen Träume behindern und darum Hut ab, dass du es durchgezogen hast. Ein toller Beitrag.

    Liebste Grüße
    Lisa
    http://www.mycafeaulait.at

  8. Ein sehr schöner Bericht! Manchmal ist es wirklich sehr schwer „sein eignes Ding“ letzten endes dann auch wirklich durchzuziehen . Es erfordert sehr viel Mut und ich beneide deine Mut – Respekt. 🙂

    Liebe Grüße Lisa♥

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